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ALPE 2010

törggelen rund um die seiser alm Eine ganz besondere Tradition in Südtirol Im Herbst bricht man auf zu Wanderungen durch die herbstliche Natur zu Buschenschänken, wo in alten Stuben bei gerösteten Kastanien, süßem Most, Speck, Kaminwurzen, Schüttelbrot und anderen bodenständigen Gerichten aus der Bauernküche gemütlich beisammen gesessen wird. Diese Törggele- Zeit beginnt Mitte Oktober, nachdem die Trauben gepresst worden sind und der Saft gekeltert ist, und dauert bis Ende November. Buschenschänke in der Region finden Sie unter www.seiseralm.it 18 ALPE | sommer sprache des 21. Jahrhunderts verwoben werden. Gleich begannen die Brüder mit der behutsamen Restaurierung, was eigentlich zwei Jahre knochenharte Arbeit bedeutete. „Was wir konnten, taten wir selbst. Wir legten die Natursteinmauern frei, schabten Ruß von den Balken, und wenn der Mond richtig stand, schlägerten wir im Hofwald das Holz für die Fußböden und den Dachstuhl“, erzählt Andreas. Bemerkenswertes Ergebnis. Die bestehende alte Struktur ist durchgehend sichtbar, „die Mauern sollen sprechen“, wie Andreas es formuliert, und das Mobiliar aus Naturholz erinnert in seiner minimalistischen Einfachheit an die karge bäuerliche Lebensweise vergangener Zeiten. Ungemütlich? Nein, im Gegenteil, eine urgemütliche Atmosphäre macht sich in den Stuben breit, wenn die Lampen aus Muranoglas ihr warmes Licht verströmen und die Gäste sich um die reich gedeckten Tische versammeln. Dann ist Andreas in seinem Element. In der hochmodernen Küche bereitet er Südtiroler Spezialitäten mit mediterraner Leichtigkeit zu. Knödel in allen Variationen, deftige und süße, Teigtaschen mit leckeren Füllungen und luftige Nocken, zartes Lamm von der Seiser Alm oder Schlachtplatte, Marmelade-Krapfen und Apfelstrudel zum Nachtisch. Dazu gibt es natürlich Eigenbauwein oder selbstgemachten Apfelsaft. Ein ertragreiches Paradies ist nämlich inzwischen aus dem heruntergekommenen Anwesen geworden, mit neu angelegten Weinbergen, wo Sauvignon Blanc, Müller-Thurgau und Zweigelt gedeihen, mit ausgedehnten Obstanlagen und Äckern, auf denen Kartoffeln und Gemüse angebaut werden. Schade nur, dass eine geradewegs darunter liegende Autobahnraststätte den Ausblick stört. „Um die Landwirtschaft kümmert sich mein Bruder Christoph, ich bin mehr für den Gastbetrieb zuständig, aber natürlich helfen wir uns gegenseitig“, sagt Andreas. Beide wohnen im Wassererhof, in zwei Wohnungen über dem Buschenschank. Hin und wieder schaut auch Hannes, ein weiterer Mock-Bruder, vorbei. Dieser ist Jazzmusiker und sein Rat ist dringlich gefragt, wenn es darum geht, die monatlich stattfindenden Hofkonzerte zu organisieren. Denn Musik gehört seit jeher zu einem Buschenschank. Auch wenn sie beim Wasserer dann doch etwas anders klingt, trendiger vielleicht, zeitgemäßer, so wie sie eben zu diesem besonderen Buschenschank passt. « Einfach, aber stilvoll: Im Wassererhof geben Naturmaterialien den Ton an. sommer | ALPE 19

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