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26 ALPE | sommer
fünf Jahren veranstaltete „Internationale Treffen
der Alphornbläser“ mit Bergmesse und traditionellem
Puflatschfest zu den nachhaltigsten Erlebnissen,
die der Almsommer zu bieten hat.
Urban Rier, Anton Fill, Martin Silbernagl und Peter
Sattler, die heutige Mannschaft, verbindet in
erster Linie die Freude an der Musik, aber auch
eine intensive Freundschaft und Kameradschaft,
die ein so langes Zusammenspielen erst ermöglicht.
Seit ihrer Gründung vor dreißig Jahren war
der Alphornbläsergruppe „Seiser Alm“, die übrigens
die erste ihrer Art in Südtirol war, ein unglaublicher
Erfolg beschert. Neben großen Auftritten
in Deutschland, der Schweiz, in Italien und
Österreich gab es sogar eine eigens für sie organisierte
Tournee nach Japan! Höhepunkt war aber
zweifelsohne die Einladung der Berliner Philharmoniker
zu deren Weihnachtsfeier in der Bundeshauptstadt.
„Das war für uns eine grandiose Anerkennung“,
erinnert sich Urban, „wir spielten vor
einem ausgewählten Publikum von Musikern und
Personen des öffentlichen Lebens und wurden mit
tosendem Applaus bedacht.“
Konzerterfolge. Man muss sich das vorstellen:
Vier gestandene Männer in der Kastelruther Tracht
stellen sich auf die Bühne, füllen den großen Konzertsaal
mit den getragenen urigen Tönen des
Alphorns - und Maestro Abbado applaudiert hingerissen!
Rückblickend hat den vier Alphornbläsern
von der Seiser Alm der ganze Trubel schon
recht Spaß gemacht, obwohl es manchmal auch
ganz schön stressig war. Zum Glück sind Alphörner
heute leicht zu transportieren. Zerlegt, werden
die drei Teile ineinander geschoben und in einem
Schutzetui verstaut. Früher war es unmöglich, mit
den drei- bis vier Meter langen Hörnern auf Wanderschaft
zu gehen. Da waren sie nämlich noch aus
einem einzigen Stück gefertigt. Dazu wurde ein gekrümmter
Baumstamm der Länge nach halbiert, die
beiden Hälften schabte man aus und anschließend
setzte man sie wieder zusammen, dichtete sie mit
Harz oder Bienenwachs ab und band sie mit Zweigen,
Draht oder Schnur zusammen. Heute hingegen
verwenden die Hornbauer Fräsmaschinen und
hochwertige Kleber, die Teile werden mit Messingbuchsen
zusammengesteckt. Außerdem verfügen
„moderne“ Alphörner über Mundstücke aus Holz.
„Früher wurde nur eine Vertiefung in das Instrument
geschnitzt“, erklärt Urban den Unterschied,
und man kann sich gut vorstellen, um wie viel angenehmer
dies für die Lippen ist.
Am liebsten spielen die Vier auf der Seiser Alm.
Die wirkt wie eine riesige Freiluftarena und gibt
den Tönen eine Fülle und eine Mächtigkeit, wie
sie in keinem Konzertsaal erreicht werden kann.
Das Alphorn ist ja eigentlich für die freie Natur
er dacht worden, sinniert Urban. Der Klang trage
über weite Entfernungen, weshalb es früher von
Hirten als Rufinstrument für ihre Herde oder als
Verständigungsmittel von Alm zu Alm verwendet
wurde. Das ruhige, langatmige Spiel mit den Naturtönen
inmitten einer schönen Landschaft wirke
außerdem wie Meditation, entspannend und doch
die Sinne schärfend für die Mysterien der Natur.
Und die warmen tiefen Urtöne wärmen das Herz
derer, die ihnen lauschen. «
Die „Alphornbläser
Seiser Alm“ entlocken
ihren Instrumenten
unverwechselbare
Naturtöne.
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