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ALPE 2010

H ch zu Ross o Der Oswald von Wolkenstein-ritt bildet jährlich den spektakulären höhepunkt im Veranstaltungskalender rund um die seiser alm. am 29. und 30. mai dieses Jahres kämpfen ross und reiter wiederum um die begehrte standarte. Text: Elisabeth Augustin Fotos: Helmuth Rier » Kein anderes Ereignis vermag in solcher Ausgewogenheit Geschichte und Sport, Kultur, Dynamik und Folklore miteinander zu verbinden wie der Oswald von Wolkenstein-Ritt. Der Reiterwettkampf wurde 1983 erstmals zu Füßen des Schlern ausgetragen und begeistert seitdem jährlich Tausende von Zuschauern. Der Oswald von Wolkenstein Ritt spielt sich an zwei Tagen ab: Am Samstag wird das Turnier feierlich eröffnet: Die 36 Mannschaften reiten in ihrer jeweiligen Ortstracht im Dorf (Kastelruth, Seis oder Völs abwechselnd) ein und versammeln sich für die Verlosung der Startnummern. Die mittelalterlich gekleideten Schlossherren erläutern die einzelnen Turnierspiele, worauf der Ritt von den Schirmherren in einem feierlichen Zeremoniell – in diesem Jahr in Kastelruth - eröffnet wird. Am Sonntag müssen die Mannschaften in den insgesamt vier Turnierspielen am Kastelruther Kofel, zu Füßen der Burg Hauenstein in Seis, am Völser Weiher und bei Schloss Prösels ihre Schnelligkeit, Geschicklichkeit und ihr Können im Umgang mit Pferden unter Beweis stellen. Jedes Team besteht Frau Präsidentin, wie haben Sie das erste Jahr als Organisationschefin des Oswald von Wolkenstein-Ritts erlebt? Gudrun Panitz: Für mich war das erste Jahr als Organisationschefin eine wichtige Aufgabe, sehr anstrengend und mit großer Verantwortung und Herausforderung verbunden. Aber nicht zuletzt auch dank erfahrener Mitarbeiter war ich ihr gewachsen. Was empfinden Sie als die größte Herausforderung? Dem Oswald von Wolkenstein- Ritt neuen Schwung zu geben, Bewährtes beizubehalten und ihn weiterhin attraktiv zu erhalten. Temperamentvolle Pferde, begeisterte Reiter in Tracht, spannende Turnierspiele, eine einzigartige Kulisse: Welche aus vier Reitern oder Reiterinnen, wobei Mannschaftsgeist, Mut, aber auch die Liebe zum Pferd unerlässliche Voraussetzungen sind, um diesen ritterlichen Wettkampf überhaupt bestehen zu können. Die Siegerehrung auf Schloss Prösels ist der Abschluss und zugleich die Krönung dieser einmaligen Veranstaltung. Und dann wird gefeiert ... ganz nach Art des alten Wolkensteiners! Wer war Oswald von Wolkenstein, dem das Reiterspektakel gewidmet ist? Er war mit Sicherheit der (weit über die Zeit seines Wirkens hinaus) berühmteste Sohn des Schlerngebietes: Ritter, Minnesänger, Burgbesitzer und Weltenbummler. Oswald von Wolkenstein wurde wahrscheinlich im Jahre 1376 oder 1377 als Sohn einer gut situierten und anerkannten Familie geboren, die mit der Trostburg hoch über der Brennerstraße im Eisacktal ein weitum sichtbares Zeichen ihrer Macht ihr Eigen nennen konnte. Da aber Oswalds älterer Bruder den stattlichen Familienbesitz erbte, blieb Oswald nichts außer seiner adeligen Herkunft. So brachte ihm sein äußerst bewegtes Leben nicht nur Ruhm ein, sondern ließ ihn auch als Tiroler Haudegen und Revoluzzer in die Geschichte eingehen. Gudrun Panitz, die Präsidentin des Komitees Oswald von Wolkenstein-ritt, erklärt alPe, was diesen reiterwettkampf so besonders macht: weiteren „Zutaten“ hat der Oswald von Wolkenstein-Ritt zu bieten? Es ist wie an Weihnachten: immer ein leuchtender Christbaum, die Krippe, die Lieder, hundertmal erlebt, aber immer ein besonderes Fest …! Im fernen Jahr 1983, beim ersten Ritt, konnte niemand ahnen, welche Erfolgsgeschichte dieses Reiterspektakel schreiben würde. Was soll die Zukunft bringen? Tradition verpflichtet auch: Der Ritt soll auch künftigen Reitergenerationen erhalten bleiben. Einige Mannschaften reiten seit Jahren mit. Wie schaut es mit dem Nachwuchs aus? Dass nicht wenige Mannschaften seit vielen Jahren dabei sind, eine gar seit 27 Jahren schon, spricht für die Veranstaltung. Doch es gibt auch junge Mannschaften aus dem Sarntal und Schlerngebiet zum Beispiel, die mit der selben Begeisterung wie die „alten“ Teams mitreiten. Vielfach sind es bereits die Kinder der Veteranen. Sie zählen jährlich 20.000 Zuschauer: Wie lässt sich eine Für Ross und Reiter ein spannender Wettkampf bis zur letzten Sekunde. Großveranstaltung von einem solchen Ausmaß so perfekt organisieren? Die Organisation klappt nur mit einem gut routinierten Team, das bereits seit Jahren dabei ist, und mit rund 500 ehrenamtlichen Helfern verschiedener Vereine. Den Oswald von Wolkenstein- Ritt verbindet seit Jahren eine Partnerschaft mit einem unvergleichlich größeren sportlichen Ereignis, dem Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Was können Sie voneinander lernen? Es sind zwei Klassiker: Die Kitzbühler im Skisport und wir im Reitsport. Für uns ist die Partnerschaft mit dem weltberühmten und legendären Hahnenkamm- Rennen eine Ehre. sommer | ALPE 33

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