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H ch zu Ross
o
Der Oswald von Wolkenstein-ritt bildet jährlich den spektakulären höhepunkt
im Veranstaltungskalender rund um die seiser alm. am 29. und 30. mai dieses Jahres
kämpfen ross und reiter wiederum um die begehrte standarte.
Text: Elisabeth Augustin
Fotos: Helmuth Rier
»
Kein anderes Ereignis vermag in solcher
Ausgewogenheit Geschichte und
Sport, Kultur, Dynamik und Folklore
miteinander zu verbinden wie der Oswald
von Wolkenstein-Ritt. Der Reiterwettkampf
wurde 1983 erstmals zu Füßen des Schlern ausgetragen
und begeistert seitdem jährlich Tausende
von Zuschauern.
Der Oswald von Wolkenstein Ritt spielt sich an
zwei Tagen ab: Am Samstag wird das Turnier feierlich
eröffnet: Die 36 Mannschaften reiten in
ihrer jeweiligen Ortstracht im Dorf (Kastelruth,
Seis oder Völs abwechselnd) ein und versammeln
sich für die Verlosung der Startnummern.
Die mittelalterlich gekleideten Schlossherren
erläutern die einzelnen Turnierspiele, worauf
der Ritt von den Schirmherren in einem feierlichen
Zeremoniell – in diesem Jahr in Kastelruth
- eröffnet wird. Am Sonntag müssen die
Mannschaften in den insgesamt vier Turnierspielen
am Kastelruther Kofel, zu Füßen der
Burg Hauenstein in Seis, am Völser Weiher und
bei Schloss Prösels ihre Schnelligkeit, Geschicklichkeit
und ihr Können im Umgang mit Pferden
unter Beweis stellen. Jedes Team besteht
Frau Präsidentin, wie haben
Sie das erste Jahr als Organisationschefin
des Oswald von
Wolkenstein-Ritts erlebt?
Gudrun Panitz: Für mich war das
erste Jahr als Organisationschefin
eine wichtige Aufgabe, sehr anstrengend
und mit großer Verantwortung
und Herausforderung
verbunden. Aber nicht zuletzt
auch dank erfahrener Mitarbeiter
war ich ihr gewachsen.
Was empfinden Sie als die
größte Herausforderung?
Dem Oswald von Wolkenstein-
Ritt neuen Schwung zu geben,
Bewährtes beizubehalten und
ihn weiterhin attraktiv zu erhalten.
Temperamentvolle Pferde,
begeisterte Reiter in Tracht,
spannende Turnierspiele, eine
einzigartige Kulisse: Welche
aus vier Reitern oder Reiterinnen, wobei Mannschaftsgeist,
Mut, aber auch die Liebe zum Pferd
unerlässliche Voraussetzungen sind, um diesen
ritterlichen Wettkampf überhaupt bestehen zu
können. Die Siegerehrung auf Schloss Prösels ist
der Abschluss und zugleich die Krönung dieser
einmaligen Veranstaltung. Und dann wird gefeiert
... ganz nach Art des alten Wolkensteiners!
Wer war Oswald von Wolkenstein, dem das Reiterspektakel
gewidmet ist? Er war mit Sicherheit
der (weit über die Zeit seines Wirkens hinaus)
berühmteste Sohn des Schlerngebietes: Ritter,
Minnesänger, Burgbesitzer und Weltenbummler.
Oswald von Wolkenstein wurde wahrscheinlich
im Jahre 1376 oder 1377 als Sohn einer gut situierten
und anerkannten Familie geboren, die
mit der Trostburg hoch über der Brennerstraße
im Eisacktal ein weitum sichtbares Zeichen ihrer
Macht ihr Eigen nennen konnte. Da aber Oswalds
älterer Bruder den stattlichen Familienbesitz
erbte, blieb Oswald nichts außer seiner adeligen
Herkunft. So brachte ihm sein äußerst bewegtes
Leben nicht nur Ruhm ein, sondern ließ ihn auch
als Tiroler Haudegen und Revoluzzer in die Geschichte
eingehen.
Gudrun Panitz, die Präsidentin des Komitees Oswald von Wolkenstein-ritt,
erklärt alPe, was diesen reiterwettkampf so besonders macht:
weiteren „Zutaten“ hat der
Oswald von Wolkenstein-Ritt
zu bieten?
Es ist wie an Weihnachten: immer
ein leuchtender Christbaum,
die Krippe, die Lieder, hundertmal
erlebt, aber immer ein besonderes
Fest …!
Im fernen Jahr 1983, beim ersten
Ritt, konnte niemand ahnen,
welche Erfolgsgeschichte
dieses Reiterspektakel
schreiben würde. Was soll
die Zukunft bringen?
Tradition verpflichtet auch: Der
Ritt soll auch künftigen Reitergenerationen
erhalten bleiben.
Einige Mannschaften reiten
seit Jahren mit. Wie schaut es
mit dem Nachwuchs aus?
Dass nicht wenige Mannschaften
seit vielen Jahren dabei
sind, eine gar seit 27 Jahren
schon, spricht für die Veranstaltung.
Doch es gibt auch junge
Mannschaften aus dem Sarntal
und Schlerngebiet zum Beispiel,
die mit der selben Begeisterung
wie die „alten“ Teams mitreiten.
Vielfach sind es bereits die Kinder
der Veteranen.
Sie zählen jährlich 20.000
Zuschauer: Wie lässt sich eine
Für Ross und Reiter ein spannender
Wettkampf bis zur letzten Sekunde.
Großveranstaltung von einem
solchen Ausmaß so perfekt
organisieren?
Die Organisation klappt nur mit
einem gut routinierten Team,
das bereits seit Jahren dabei ist,
und mit rund 500 ehrenamtlichen
Helfern verschiedener
Vereine.
Den Oswald von Wolkenstein-
Ritt verbindet seit Jahren eine
Partnerschaft mit einem unvergleichlich
größeren sportlichen
Ereignis, dem Hahnenkamm-Rennen
in Kitzbühel.
Was können Sie voneinander
lernen?
Es sind zwei Klassiker: Die Kitzbühler
im Skisport und wir im
Reitsport. Für uns ist die Partnerschaft
mit dem weltberühmten
und legendären Hahnenkamm-
Rennen eine Ehre.
sommer | ALPE 33