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Meraner Stadtanzeiger N°15

30. Juli 2010 · Nr. 15 · Seite 3 Ab ins kühle Nass! Öffentliche Schwimmbäder in Meran Wenn die Temperaturen im Sommer in der Stadt in unerträgliche Höhen klettern, dann packen alle, die nicht zur Arbeit oder sonstigen Verpflichtungen nachkommen müssen, die Badehose ein und strömen Richtung Wasser, das heißt ins Lido oder in die Therme. Seit dem Jahr 1931, als das Meraner Lido seine Tore öffnete, besuchten jährlich viele Tausend Meraner und Gäste das Schwimmbad am rechten Passerufer. Eine Zeitlang war das Lido eines der renommiertesten Schwimmbäder Italiens. Viele Besucher waren und sind von der Architektur, dem Charme und der Einzigartigkeit der Anlage begeistert. Durch die zunehmende Anzahl der privaten Schwimmbäder von Hotels und Pensionen gehört das Lido heute mehr den Einheimischen. Während die einen das kühle Nass oder die sportliche Ertüchtigung anzieht, kommen andere wiederum, um sich mit Freunden zu treffen, die Mittagspause zu überbrücken, gemütlich in der Lidobar zu sitzen oder dem Kartenspiel zu frönen. Manchem ersetzt das Lido das Titelseite: Meraner Lido Foto: Daniel Pichler In Ultn moch i iatz mein Urlaub, pa Tog i zemm Schwammlen klaub. Pa d’r Nocht tua i Geaß und Schaflen hiatn, Wolf und Bär kennen nochr nimmer sou wiatn. Impressum ferne Meer, die Kabine dient als Sommerfrischhaus in der Stadt und die Tage im Lido werden zum Urlaub vor der Haustür. Und die älteren Besucher des Lidos verbinden mit ihrem Schwimmbad eine Fülle an Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, denen sie frönen, sobald sie im Lido aus der Kleidung und in den Schwimmanzug schlüpfen. Der Schwimmanzug verwischt sozialen Stand und ethnische Herkunft. Arm und Reich sind im Badegewand nicht zu unterscheiden und deutsch- und italienischsprachige Stadtbewohner finden hier einen gemeinsamen und konfliktfreien Ort der Freizeit. Hier steht der Mensch als Mensch da, gibt die ungeschminkte Wahrheit über seinen Körper preis und festigt so das körperliche Selbstbewusstsein. Ernsthafte Konkurrenz drohte dem Meraner Lido durch die 1970 eröffneten Thermen, kurz auch Salvar genannt. Mit ihrer Parkanlage waren sie eine grüne Lunge inmitten der Stadt. Im Dezember 2005 öffnete die neue errichtete Therme Meran ihre Eigentümer & Herausgeber: Meraner Medien GmbH, Meran, Romstraße 152 Eintragung: Landesgericht Bozen Nr 14/09 27.06.09 und Änderungen Presserechtlich verantwortlich: Klaus Innerhofer Redaktion: Helmuth Tschigg (ht), Margareth Bernard (mb), Alexander Dilitz (ad), Reinhold Ebner (re), Dr. Walter Egger (we), Sophie Eisath (se), Gudrun Esser (ge), Dr. Markus Fritz (mf), Dr. Luis Fuchs (lf), Dr. Elfriede Zöggeler-Gabrieli (ezg), Conny Hölzl Gamper (ch), Dr. Gerhard Hölzl (gh), Herbert Lahn (hl), Dr. Johannes Ortner (jo), Dr. Erik Platzer (ep), Dr. Egon Gerhard Schenk (es), Dr. Franz Summerer (fs) Layout: Daniel Pichler (dp) Anschrift: 39012 Meran, Romstraße 152, Tel. & Fax 0473 491 678, Handy 333 4545 775 e-mail: redaktion@meraner.eu - werbung@meraner.eu Druck / Auflage: Athesiadruck, 8.000 Stück, erscheint 14-tägig Bankverbdinung: Raiffeisenkasse Meran • IT97 N 08133 58591 0000 1010 0841 Sparkasse Meran • IT54 L 06045 58594 0000 0500 0574 Im Sinne des Art. 1 des Ges. Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitung veröffentlichten Stellenangebote, sei es im Kleinanzeiger wie auch in Formatanzeigen, sich ohne Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. Fotos ohne Quellenangabe wurden von den Einsendern geliefert oder stammen aus der Redaktion. Inserate, die mit „meraner“ gekennzeichnet sind, dürfen nur mit unserer Einwilligung reproduziert werden. Zum Titelthema foto ht Freigelände der Therme Meran Tore und ab 3. Juni 2006 ist der Thermenpark für Gäste zugänglich. Seitdem ist die Therme Meran weder aus dem Stadtbild noch aus der Freizeitgestaltung wegzudenken. Sie verfügt über eine der großzügigsten privaten Parkanlagen Europas, deren Baum- und Blumenbestand sehr erlesen ist. Den Besucher erwarten im Freigelände verschiedene Becken, umrahmt von einer großen Sport- und Liegewiese. Eine Besonderheit ist das große Sportschwimmbecken, welches in einen Seerosenteich übergeht. Spazierwege und Parkbänke laden zum Verweilen und Entspannen im Schatten alter Bäume ein. mb (Quelle: „Meraner Badegeschichten“ von Paul Rösch) Neu: Haben Sie schon einmal im Internet eine Zeitung „durchgeblättert“? Versuchen Sie es mit dieser Ausgabe unter www.meraner.eu (aktuelle Ausgabe lesen). Weitere Vorteile: • Schnelle Anzeige • Wahl der Seite • Vergrößerbar • Suchfunktion • Notizzettel • E-Card-Funktion Für unsere Wanderfreunde haben wir Margareths Wandervorschläge auf unserer Homepage zur Auswahl gestellt. Wir wünschen gute Unterhaltung! Fenster zur Welt Attacke auf unser Grundrecht von Ulrich Ladurner Wikileaks ist eine Seite im Internet, die sich darauf spezialisiert hat, geheime Dokumente zu veröffentlichen. Vor einigen Monaten etwa zeigte sie ein originales Video aus dem Irakkrieg. Man sah, wie amerikanische Soldaten in Bagdad aus einem Hubschrauber heraus mehr als ein Dutzend Menschen erschossen. Aus dem Video ging nicht klar hervor, ob es sich dabei um einen gezielten Mord handelte, oder ob die Soldaten glaubten, bedroht zu sein. Doch eines war erkennbar: Das grausame Gesicht des Krieges, das uns normalerweise verborgen bleibt. Jetzt hat Wikileaks einen neuen Coup gelandet. Es veröffentlicht 92.000 Dokumente des Afghanistankrieges aus dem Pentagon. Wikileaks schreibt damit Geschichte. Wie noch nie zuvor können wir Einblick in einen Krieg gewinnen. Eine erste Durchsicht der Dokumente zeigt, wie wertvoll das ist. Die Afghanistankampagne der NATO läuft nämlich viel schlechter als uns die Regierungen glauben lassen wollen. Wir sind Opfer von Propaganda. Wikileaks sei Dank wissen wir das jetzt. Wikleaks sei Dank können wir uns eine Meinung von realen Fakten bilden. Die Veröffentlichungen lösten besonders im Weißen Haus einen Schock aus. Ein Sprecher des US– Präsidenten Barack Obama sagte in einer ersten Stellungnahme: „Wir verurteilen die Veröffentlichung von geheimen Informationen, welche das Leben von Soldaten aus den USA oder anderen verbündeten Nationen und unsere nationale Sicherheit gefährden können.“ Obama wird es nicht bei diesen Worten belassen, er wird ihnen Taten folgen lassen. Er verfolgt nämlich alle, die geheime Informationen preisgeben mit großer Härte. Der 22 Jahre alte Geheimdienstoffizier Bradley Manning, der Wikileaks das Video über die Tötung von Zivilisten in Bagdad zugespielt hat, sitzt heute im Gefängnis einer amerikanischen Militärbasis in Kuwait — bisher ohne Zugang zu Anwälten. Der Mann riskiert eine Anklage wegen Hochverrats. Wird Manning verurteilt, dürfte es abschreckende Wirkung auf andere potentielle Informanten haben. Wir dürften dann noch weniger über den Krieg erfahren, der zumindest in Afghanistan auch in unserem Namen geführt wird. Dabei gehört das Recht auf freie Information zu den Grundrechten einer demokratischen Gesellschaft. Ohne dieses Recht riskieren wir unsere Freiheit zu verlieren. Daher muss es verteidigt werden, auch gegen einen demokratischen Präsidenten.

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