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Meraner Stadtanzeiger N°16

13. August 2010 · Nr. 16 · Seite 3 Ein rauschendes Klassikfest Am 24. August eröffnet das Cleveland Orchestra unter Franz Welser Möst die 25. Ausgabe der Meraner Musikwochen. Auf dem Programm stehen die Sinfonie Nr. 4 in c-Moll D 417 „Tragische“ von Franz Schubert und die Tondichtung „Ein Heldenleben“ op. 40 von Richard Strauss. Seit 2002 ist Franz Welser-Möst Musikdirektor des Cleveland Orchestra. 2010 dirigierte er das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schlosspark von Schönbrunn. Am 1. Januar 2011 steht er im Wiener Musikverein beim traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am Pult. Im September 2010 wird Franz Welser-Möst – neben seinem Engagement in Cleveland – Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper. Das 1918 gegründete Cleveland Orchestra gehört zu den wichtigsten Orchestern weltweit und zu den bedeutendsten Klangkörpern in den Fan Tappeinerweg an schorfn Plick man hot durch oll di Fernrear af di Stodt. Pan Pulverturm stell i auf main Fernglous, ze schaugn, wos pa di Thermen epper isch lous. Impressum USA („Big five“). Die enge Zusammenarbeit mit Franz Welser-Möst hat dem Orchester wichtige Einladungen als Orchestra in Residence in Europa und den USA eingetragen, wie etwa das aktuelle Engagement im Wiener Musikverein – eine einzigartige Anerkennung für ein US-amerikanisches Orchester. Höhepunkt der Reihe colours of music der 25. Meraner Musikwochen ist am 26. August ein Jubiläumskonzert auf dem Thermenplatz mit anschließendem Feuerwerk. Unter dem Motto „gioa“ tritt dort das populärste Ensemble Korsikas, I Muvrini, auf. Benannt nach den wilden Schafen der korsischen Berge wurde die Gruppe von den Brüdern Jean- Francois und Alain Bernardini in den siebziger Jahren gegründet. Seitdem haben I Muvrini die Öffnung der korsischen Volksmusik zum Pop am konsequentesten umgesetzt. Das Ergebnis sind melodische Balladen, in denen Pop-Elemente und korsische Volksliedtradition harmonisch verbunden werden. Heute gehören I Muvrini, die auch mit Weltstars wie Sting aufgetreten sind, in Frankreich zu den Top Acts. Das Ensemble hat auf allen wichtigen französischen Festivals gespielt, und füllt dort die größten Konzerthallen. Eigentümer & Herausgeber: Meraner Medien GmbH, Meran, Romstraße 152 Eintragung: Landesgericht Bozen Nr 14/09 27.06.09 und Änderungen Presserechtlich verantwortlich: Klaus Innerhofer Redaktion: Helmuth Tschigg (ht), Margareth Bernard (mb), Alexander Dilitz (ad), Reinhold Ebner (re), Dr. Walter Egger (we), Sophie Eisath (se), Gudrun Esser (ge), Dr. Markus Fritz (mf), Dr. Luis Fuchs (lf), Dr. Elfriede Zöggeler-Gabrieli (ezg), Conny Hölzl Gamper (ch), Dr. Gerhard Hölzl (gh), Herbert Lahn (hl), Dr. Johannes Ortner (jo), Dr. Erik Platzer (ep), Dr. Egon Gerhard Schenk (es), Dr. Franz Summerer (fs) Layout: Daniel Pichler (dp) Anschrift: 39012 Meran, Romstraße 152, Tel. & Fax 0473 491 678, Handy 333 4545 775 e-mail: redaktion@meraner.eu - werbung@meraner.eu Druck / Auflage: Athesiadruck, 8.000 Stück, erscheint 14-tägig Bankverbdinung: Raiffeisenkasse Meran • IT97 N 08133 58591 0000 1010 0841 Sparkasse Meran • IT54 L 06045 58594 0000 0500 0574 Im Sinne des Art. 1 des Ges. Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitung veröffentlichten Stellenangebote, sei es im Kleinanzeiger wie auch in Formatanzeigen, sich ohne Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. Fotos ohne Quellenangabe wurden von den Einsendern geliefert oder stammen aus der Redaktion. Inserate, die mit „meraner“ gekennzeichnet sind, dürfen nur mit unserer Einwilligung reproduziert werden. Zum Titelthema Franz Welser-Möst Feuerwerker auf dem Thermenplatz ist Antonio Scarpato. Das Traditionsunternehmen Pirotecnica Scarpato arbeitet in sechster Generation. 1784 begann die Geschichte des Familiebetriebes am Königshof von Caserta. In den Schlossgärten erstrahlten damals die ersten „Funkelnden Räder“, „Sprühenden Vulkane“, „Römischen Lichter“ oder „Goldenen Sterne“, die Bestandteil jedes barocken Feuerwerks waren. Auch heute noch werden diese Effekte eingesetzt und mit moderner Pyrotechnik kombiniert. Heute gehört Pirotecnica Scarpato mit Sitz in Rimini zu den bedeutendsten Unternehmen dieser Art in der Welt. Das Feuerwerk wird von der Therme Meran organisiert, die in diesem Jahr das fünfte Betriebsjahr seit der Neueröffnung feiert und damit der gesamten Stadt eine Freude bereiten will. Bei schlechter Witterung wird das Konzert auf den 27. August verschoben. Sollte eine Open-Air-Veranstaltung auch an diesem Tag aufgrund der Wetterbedingungen nicht möglich sein, treten I Muvrini – natürlich ohne pyrotechnisches Feuerwerk – im Kursaal auf. Wir machen Ferien! Nächste Ausgabe: Freitag, 10 September 2010 Redaktionsschluss: Montag, 6. September 2010, 12.00 Uhr Meran, Gampenstraße 13 Tel. 0473 212 219 Handy: 348 222 7547 Ankauf von Gebrauchtwagen oder Verkauf auf Kommission Autoverleih info@autogoetsch.it Fenster zur Welt Apathie von Ulrich Ladurner In Russland brennen die Wälder. Die Millionenmetropole Moskau ist eingehüllt von einer dicken, giftigenRauchwolke. Die Regierung ist machtlos.Zehntausende Russen fliehen Richtung Norden. In Pakistan kommen zweitausend Menschen bei Überschwemmungen ums Leben. 15 Millionen Pakistaner versuchen, sich vor den Fluten in Sicherheit zu bringen. In Grönland bricht ein Eisberg in der Größe von 260 Quadratkilometern weg. Löste man ihn auf, könnte man 500 Millionen Menschen vier Monate lang mit Trinkwasser versorgen. Das sind Nachrichten allein der letzten Tage. Auch wenn jedes einzelne Phänomen unterschiedliche, komplexe Ursachen haben mag, so können wir doch eines mit Gewissheit sagen: Der Klimawandel findet statt. Wir sehen die Folgen mit offenen Augen. Millionen Menschen sind auf der Flucht, riesige Landstriche werden verwüstet. Trotzdem zeigen alle Umfragen, dass das Umweltthema auf der Rangliste der Sorgen der Menschen in Europa weit hinten rangiert. Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist stärker als etwa die Angst vor steigenden Wassermassen. Wie ist das zu erklären? Die Umwelt wurde von der Politik erst Ende der siebziger-, Anfang der achtziger Jahre entdeckt. Lange wurden Umweltbewegte von den traditionellen Parteien belächelt, ja geradezu verspottet. Erst als sie in die Parlamente einzogen, begann man sie ernst zu nehmen — und mit ihnen das Thema. Heute hat jede Partei den Schutz der Umwelt in ihrem Programm festgeschrieben. Ökologie ist von einem Außenseiterthema längst zu einem Allerweltsthema geworden. Es hat damit alles Neuartige verloren, ausgerechnet jetzt aber liefert die Umwelt die sensationellsten Nachrichten. Mit dieser überraschenden Gleichzeitigkeit ist unsere Apathie aber nur teilweise zu erklären. Alle Wissenschaftler bestätigen, dass der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten ist. Die Frage ist nur mehr, wie schlimm er sein wird, und ob es der Menschheit gelingt, sich ihm halbwegs schadensfrei anzupassen. Die Mehrheit der Menschen zieht daraus wahrscheinlich folgenden Schluss: Natürlich ist es schlimm in Pakistan, und die Lage in Russland ist besorgniserregend — aber bei uns wird es irgendwie schon gehen, wir werden schon irgendwie davonkommen. Es fehlt uns die Fähigkeit, global zu denken, es fehlt uns die Möglichkeit, die 15 Millionen Pakistaner oder die Zehntausende Russen, die derzeit auf der Flucht sind, als das wahrzunehmen, was sie sind: als unsere Sitznachbarn in ein und demselben Boot.

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