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Radius Energie und Umwelt 2017

improvisieren, aber es hat sich gelohnt. Heute läuft die Maschine weitgehend störungsfrei. Anfang des Jahres 2017 wurde die Effizienz nochmals gesteigert und es seither gibt es nur noch wenige Ausfälle. Zum Leitlhof gehört auch der landwirtschaftliche Betrieb „Mühlhof“, mit einigen Hektar Wald. Die Holzversorgung aus dem eigenen Wald reicht nur zum Teil aus. „Wir können mit unserem Wald ca. 40 Prozent des Bedarfs decken; der Rest wird von anderen landwirtschaftlichen Betrieben des Hochpustertales zugekauft“, sagt Stephan Mühlmann. portrait 21 Jahre und Mut zum Risiko Stephan war sich der großen Verantwortung bewusst, die er mit dem Ankauf und der Inbetriebnahme des Holzvergasers auf sich nahm, zumal er bei Baubeginn gerade 21 Jahre alt und noch im Studium war. Mit großem Einsatz stellte er sich der Herausforderung. Von sich selbst sagt er: „Ich bin neugierig, motiviert und glücklich.“ Man glaubt es ihm aufs Wort. Aber Stephan ist auch unerschrocken, hartnäckig und ein unermüdlicher Arbeiter, wenn es um die Umsetzung eines Zieles geht. Ökologischer Fußabdruck: von 85 kg CO2 auf 12,3 kg pro Gast und Tag „Anfangs war die Skepsis in der Familie groß, aber Schritt für Schritt konnte ich sie überzeugen: Der Rohstoff ist vorhanden, und die Abnahme für die gesamte produzierte thermische und elektrische Energie ist gesichert. Aber am wichtigsten war mir meine Begeisterung für das Projekt“, erinnert sich Stephan Mühlmann. Der Leitlhof nimmt den größten Teil der produzierten Wärme ab, Strom hingegen zu 70 Prozent, der Rest fließt ins Netz und wird vergütet. Seit 31. Dezember 2012, als die Anlage in Betrieb ging, konnte der Leitlhof den CO2-Ausstoss pro Gast und Übernachtung von 85 Kilogramm auf 12,3 Kilogramm senken. Ein Trend, der bei der jährlichen Messung des „ökologischen Fußabdrucks“ bestätigt wird. Die Gäste müssen dennoch auf nichts verzichten, im Gegenteil sagt Stephan Mühlmann, „gerade weil wir ein zertifiziertes klimaneutrales Hotel sind, muss der Gast kein schlechtes Gewissen haben, wenn er im dampfenden Außenpool schwimmt.“ Die Investition in die Alternative Energie wird sich für das Hotel Leitlhof nach zehn Jahren amortisieren. In erster Linie 05/2017 geht es Stephan Mühlmann nicht um Profit, sondern um die Energieeinsparung, den Schutz der Umwelt und „um die Wälder und das Holz“, hebt er hervor. Nach Photovoltaik und Holzvergaser war es deshalb nur natürlich, dass er den einmal eingeschlagenen Weg konsequent weiterhin beschritt, im Interesse einer ökologischen Ausrichtung des Hotelbetriebs. Mittlerweile werden mit der im Holzvergaser produzierten Energie auch Elektroautos aufgeladen. Für die Zukunft ist die Anschaffung zweier Elektro-Busse geplant, die die Gäste zu den Aufstiegsanlagen befördert und den Transfer von und zum Hotel garantieren. Weitere Initiativen für den Umweltschutz sind die moderne Wäscherei im Haus, strikte Mülltrennung, das Vermeiden von Plastikflaschen und Plastikbechern und ein innovatives Energiemanagement im Hotel. Konsequent umweltbewusst und gerade deshalb attraktiv Die Gäste aus dem In- und Ausland schätzen die nachhaltige Ausrichtung des Hotels, da der Komfort im Leitlhof trotz der Nachhaltigkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Das Auto kann während des gesamten Aufenthalts in der Garage bleiben. Der 2.000 Quadratmeter große Wellnessbereich bietet Genuss pur. Die Küche bedient sich im Kräuter- und Gemüsegarten des Mühlhofs und die 60 Schafe, um die sich nebenbei auch Stephan kümmert, liefern Bio-Fleisch. Was selbst nicht produziert werden kann, wird zugekauft, wobei besonders auf Regionalprodukte geachtet wird. Die wöchentlichen Führungen durch die Holzvergasungsanlage, die Stephan Mühlmann den Gästen anbietet, sind immer gut besucht. Wie sieht Stephan Mühlmann seine Position als umweltbewusster, ökologisch ausgerichteter Mensch und gleichzeitig als Hotelier, der daran interessiert ist, den Tourismus so gut es geht zu fördern? Ist das nicht ein vorprogrammierter Konflikt, vor allem hinsichtlich der angestrebten Erweiterung der Skigebiete im Hochpustertal? Nein, sagt Stephan Mühlmann. Kein Konflikt, aber eine Gratwanderung: „Man muss die Situation differenziert sehen, sowie die Vor- und Nachteile abwiegen. Natürlich gibt es kritische Stimmen, aber wenn man das große Ganze betrachtet, ist die Entwicklung sowohl touristisch wichtig aber auch hinsichtlich der Schaffung und Erhaltung der Arbeitsplätze. Der Süden der Dolomitenregion ist ein unantastbarer Naturpark und das muss so bleiben, im Norden kann der Skitourismus in vernünftigem Maß und umweltschonend gefördert werden“ Zusammen mit anderen Betrieben und Unternehmern ist er bestrebt, den Tourismus im Hochpustertal besonders in der Wintersaison zu fördern. „Im Sommer hat die Dolomitenregion Drei Zinnen eine sehr gute Auslastung, im Winter jedoch ist es wichtig, dass wir uns weiterentwickeln, um als Destination interessant zu bleiben. Bei uns sind alle Branchen stark vom Tourismus abhängig, nicht zuletzt ist eine gute Auslastung im Winter wichtig, um den Mitarbeitern Arbeitsplätze übers ganze Jahr bieten zu können und, wie in unserem Fall, weiter in die alternative Energie und in die Nachhaltigkeit investieren zu können. Was macht ein umtriebiger Mensch wie Stephan Mühlmann in seiner Freizeit? Er verbringt sie mit der Familie, sein kleiner Sohn ist gerade ein Jahr alt geworden. Ein rundum glücklicher Mensch! 45

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