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Radius Top 100 2017

90 06/2017 Im Bankensektor sind grundlegende Umstrukturierungen im Gange. Die Geldinstitute verdienen seit der Niedrigzinspolitik immer weniger, der finanzielle Druck steigt. Einige Überlegungen dazu vom Meraner Wirtschaftsberater Fritz Ziernhöld. Bis vor kurzem galt: Je mehr Filialen eine Bank hatte umso größer war der Wert. Mit dem Homebanking sind wesentlich weniger Filialen notwendig, darauf hat man auch in Südtirol reagiert. Dazu Fritz Ziernhöld: „Bis auf weiteres wird es noch Bankschalter geben, jedoch könnten diese auch in Form von „Bankzentren“ organisiert werden (wie es z.B. auf Flughäfen schon funktioniert). In gemeinsamen Servicezentren gibt der Kunden nur seine Bank an und der Sachbearbeiter macht die einfachen Schalter-Dienste. Somit könnten die Banken ihre wertvollen Immobilien zum Teil verkaufen oder vermieten und sich darüber fehlendes Eigenkapital beschaffen.“ Zinsen und Finanzierungen. Die FED und EZB mache es vor, Geld steht in unendlichen Mengen zur Verfügung, ist also kein knappes Gut mehr. Damit ist die heutige Finanzierungspraxis zu überdenken. „Darunter verstehe ich die gängige, sofortige Rückzahlung des gewährten Darlehens. Was passiert mit dem Kapital das der Bank rückerstattet wird – es muss wieder neu verliehen werden, das bringt wieder Kosten mit sich ganz abgesehen vom Risiko eines neuen Kunden.“ Logischer laut Ziernhöld wäre es, den Kunden zu behalten indem er nur jenes Kapital zurückzahlt was der Abwertung der Immobilie entspricht (in der Schweiz oder Deutschland schon gang und gäbe). aktuell Blick in die Banken-Zukunft Bisheriges- und alternatives Finzanzierungs-Modell (1) Ankauf einer Wohnung: 300.000 Euro Anzahlung 20 %: 60.000 Euro Darlehen 20 Jahre mit 2,5 % Fixzins: 240.000 Euro Rückzahlung inkl. Zinsen monatlich: 1.269 Euro Laut dem italienischen Abwertungskoeffizienten für Wohnimmobilien (0,825) beträgt der Wert dieser Immobilie nach 20 Jahren noch 247.000 Euro. Die geleistete Anzahlung deckt damit die Abwertung. Der Kunde bezahlt nur noch die laufenden Zinsen. Sollte die Abwertung zu niedrig sein so kann immer noch eine zusätzliche Teilrückzahlung verlangt werden. Die Bank geht damit nur ein geringes Risiko ein. „Die monatliche Belastung (nur Zinsen) wären in diesem Falle etwa 500 Euro anstelle von 1.269 Euro; der Bankenkunde kann Rückzahlungen leisten nach seinen Möglichkeiten. Ich kann mir vorstellen, dass jeder Kreditnehmer auch gewillt ist einen Punkt mehr zu bezahlen wenn ihm dieses Modell angeboten wird“, ist Ziernhöld überzeugt. Ein klare win-win-win Situation Erstens würden viel mehr Eigentumswohnungen gekauft und demnach die kostspieligen Förderungen drastisch reduziert werden. Zweitens hat der Kreditnehmer wesentlich mehr Geld zur Verfügung. Drittens kann die Bank einen höheren Risikozinssatz Fritz Ziernhöld verlangen, braucht sich nicht immer neue Kunden suchen um das zurückgezahlte Geld zu verleihen, sondern kennt den Kreditnehmer und behält ihn so lange also möglich. Besonders vorteilhaft auch für junge Familien die erst im Aufbauen sind. Wenn sich die finanzielle Lage zum Besseren wendet, wird jeder Kreditnehmer versuchen das Darlehen zurückzubezahlen, kommt aber nicht in Liquiditätsschwierigkeiten. Die Wohnbauhilfen könnten entsprechend reduziert werden. Kapitalintensive Investitionen im Gewerbe Dazu Ziernhöld: „Derzeit besteht eine Diskrepanz zwischen dem fiskalisch anerkannten Abschreibesatz von 3 Prozent und der Dauer der Finanzierung. Entweder der Fiskus erhöht den Abschreibesatz auf 6,67 Prozent was in etwa 15 Jahre bedeutet, oder die Banken erweitern die Laufzeit auf 30 Jahre. Derzeit übersteigen Steuern und Kapitalrückzahlung an die Bank oft die Liquidität der Betriebe.“ Als Beispiel ein gemischtes Finanzierungsmodell (2) das der Bank höhere Zinsen bringt und dem Kreditnehmer mehr Liquidität: Bisheriges- und alternatives Finzanzierungs-Modell (2) Wert der Liegenschaft: 10.000.000 Euro 20 % Eigenmittel: 2.000.000 Euro Finanzierung: 8.000.000 Euro Rückzahlung derzeit jährlich ca.: 638.784 Euro Gemischtes Modell: Bei 40 % Rückzahlung 3.200.000 Euro jährliche Belastung 255.504 Euro 60 % ohne Rückzahlung (3,5 % Zinsen) 4.800.000 Euro jährlich 168.000 Euro Jährliche Gesamtbelastung 423.504 Euro Ergibt einen Liquiditätsüberschuss 215.280 Euro Die Vorteile liegen für beide Seiten auf der Hand. Die Bank kann einen höheren Risikozins verlangen und kann damit rechnen den Kunden zu behalten; braucht also nicht immer wieder neue Kreditnehmer suchen und kann dadurch das Risiko und die Kosten entsprechend senken. „Voraussetzung für diese Modelle ist, dass genügend Geld zum Verleihen zu Verfügung steht – so wie das jetzt der Fall ist“, schließt der Meraner Wirtschaftsberater seine Überlegungen.

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