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Radius Wintersport 17/18

Snowboard Roland Fischnaller Der Bauer will’s nochmal wissen Er hat seine eigene Hofstelle. Rund 5 Hektar groß. Und er hat sich bei der Zuchtviehversteigerung im Mai Grauvieh gekauft. „Ich bin jetzt mein eigener Bauer. Wenn auch nur ein kleiner, aber es gehört alles mir.“ Roland Fischnaller, eigentlich Weltklasse-Snowboarder von Beruf, weiß mittlerweile, was er einmal tun wird, wenn er „groß“ ist. In der Fraktion Coll im Villnößtal hat Fischnaller seine Hofstelle, und wann immer es die Zeit erlaubt, ist er gemeinsam mit seiner Familie dort, um nach dem Rechten zu sehen. Seine Mädels Maria (6), Heidi (2,5) und der kleine Florian (1) sind gemeinsam mit Lebensgefährtin Elisabeth, wann immer es geht, in Villnöß. Ansonsten wird er tatkräftig von seinem Vater Rudi unterstützt. Das ist immer dann, wenn „Fisch“ irgendwo beim Training oder den Rennen unterwegs ist. Obwohl: Trainieren kann er bei der Arbeit am Hof auch. „Im Sommer um 6 Uhr morgens am Steilhang Heu zu mähen, kann ganz schön anstrengend sein. Oder das Heu einzubringen – da ist die Arbeit im Kraftraum ein Witz dagegen.“ Dass es den Snowboarder Roland Fischnaller noch gibt, hat nicht nur einen olympischen Grund. Logisch möchte der Sieger von 12 Weltcuprennen und 4 WM-Medaillen (1 Mal Gold, 1 Mal Silber, 2 Mal Bronze) seine Karriere mit Olympia-Edelmetall veredeln, aber das ist nicht der Hauptgrund, warum er mit 37 Jahren noch auf dem Brett’l steht: „Ich habe eine ganz schlechte Saison 2016/17 hingelegt. Da blieb ich trotz Platz 2 in Cortina und Rang 6 in Winterberg als Top-Platzierungen weit unter meinen Möglichkeiten. Ich will wieder konstant in die Top 16. Das ist es, was mich antreibt.“ Um das zu erreichen, hat Fischnaller nach vielen Jahren auch Material gewechselt. Er fährt nicht mehr mit Sigi- Grabner-Brettern, sondern mit Oxess. Dem Schweizer Produkt vertrauen u.a. auch Vic Wild, Andreas Prommegger und Zan Kosir. „Ich bin in einer elitären Runde, und ich habe nur 5 Fahrten gebraucht, um zu wissen, dass dies mein Brett für die Zukunft ist.“ Dass der Olympiasieger 2018 einzig und allein im Parallel-Riesentorlauf und nicht in seiner Spezialdisziplin Parallel- Slalom ermittelt wird, ist für Fischnaller kein Problem: „Es geht nur um die Motivation. Die Disziplin ist wurscht. Wir haben bisher fast ausschließlich Riesentorlauf trainiert, und ich fühle mich gut. Bis ich mich aber so weit fühle, um mit den Weltbesten mitzuhalten, wird es noch einige Wochen dauern“, gibt sich der 37-Jährige vorsichtig. Roland Fischnaller bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Dem Füttern seiner Kühe. SPORT C 2017 Wobei Fischnaller noch längst nicht fix für Olympia plant. „Wir haben 4 Startplätze, sind aber mit Felicetti, Bormolini, Mick, March, Coratti, meiner Wenigkeit und den Nachwuchsfahrern Messner und Hofer 8 potenzielle Kandidaten. Das wird hart. Aber wir haben 7 Riesentorlauf-Weltcups bis zum 24. Februar, unserem großen Tag bei Olympia. Bis dahin wird sich ein schlagkräftiges Quartett schon heraus kristallisieren. Und es hat ohnehin nur Sinn, in Pyeongchang dabei zu sein, wenn man um Medaillen mitfährt. Nur als Tourist will ich nicht hinfahren.“ ROLAND FISCHNALLER Geburtsdatum und -ort: 19. September 1980 in Brixen Wohnort: Vilpian/Coll im Villnößtal Sportgruppe: Heer Trockentraining vor den Geislerspitzen 39

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